


Im Juni und Juli 2006 fand zum zweiten Mal der Teil1 der Gesellenprüfung im Elektrohandwerk nach Neuordnung statt. 17 Prüflinge stellten sich den Anforderungen, die in Form der gestreckten Abschlussprüfung durchgeführt wurde. Hierbei werden nach ca. 18 Monaten Ausbildungszeit mit der Zwischenprüfung erste Punkte für die Abschlussprüfung erworben. Das Ergebnis der Zwischenprüfung trägt bereits mit 40% zum Gesamtergebnis der Gesellenprüfung bei.
Der Arbeitsauftrag gliederte sich in eine 2-stündige Planungsphase, in der die praktische Arbeit vorbereitet wurde und eine ca. 4 Wochen später stattfindende 7-stündige praktische Umsetzung der Vorüberlegungen. Als Prüfungsstück wurde an einem Prüfungsgestell eine Wechselschaltung mit Schutzkontaktsteckdose und eine Wendeschützsteuerung mit Kontroll- und Störungsmeldung aufgebaut und verdrahtet. Weiterhin war die 6-polige Wicklung eines Stators der Baugröße 100 fertig zu stellen und an das Klemmbrett anzuschließen. Alle Schaltungen mussten durch Messungen zur Erstprüfung nach DIN-VDE kontrolliert und protokolliert werden. Für Berufsanfänger sind das erhebliche Anforderungen.
Zum krönenden Abschluss übergaben dier Prüflinge ihre Arbeit dem Prüfungssauschuss und wiesen in die Funktion der Anlage ein. Obwohl die diesjährige Aufgabe anspruchsvoller gegenüber der vorangegangenen war und die Temperaturen am Prüfungstag bei ca. 30° C lagen, erzielten die Prüflinge im Schnitt ein um 7 Prozentpunkte höheres Ergebnis. So ergab sich in einem Spektrum von 93% bis 37% ein Notenschnitt von 74%.
Eine Umfrage unter den Schülern zeigte, dass die Analyse der schriftlichen Aufgabenstellung als umfangreich und schwierig empfunden wurde. Die Planungszeit wäre knapp gewesen, da immerhin fast 30 Seiten durchzuarbeiten gewesen wären. Die praktische Umsetzung hingegen wurde als angemessen, zum Teil anspruchsvoll, aber insgesamt mit dem Zertifikat „machbar“ beurteilt.