



Projektorientierung bedeutet, dass die Unterrichtsphasen eine ähnliche Struktur aufweisen, wie sie bei der Projektmethode / beim Projektunterricht üblich ist. Es besteht eine gewisse Offenheit in der Ausgangssituation zu Beginn des Projektes. Durch die Zielsetzung des übergeordneten Gesamtprojektes und die Gliederung in die Teilprojekte sind die Freiheitsgrade zugunsten eines eindeutigen Berufsbezugs reduziert. In der dualen Berufsausbildung ist der Berufsbezug eine elementare Anforderung. In diesem Beispiel erfolgt die Konkretisierung durch die Planung und Fertigung einer CNC-Maschine. Die Funktion und die berufsschulinternen Bedingungen bilden den Rahmen für die einzelnen Teilprojekte. Diese relativ offene Ausgangssituation im Berufsschulunterricht ermöglicht es den Auszubildenden sich in den Unterricht individuell einzubringen, kreativ zu arbeiten und den Unterrichtsablauf mitzugestalten.
Der Integrative Ansatz ist hier sehr umfassend und auch sehr flexibel in der Umsetzung. In diesem Projekt ist es gelungen die Auszubildenden aus unterschiedlichen Ausbildungsjahrgängen, Ausbildungsstufen (Grundstufe und Fachstufe) und zahlreiche Ausbildungsbetriebe (Lernortkooperation) am Projekt zu beteiligen. Weiterhin konnten sowohl verschiedene Berufsgruppen (Feinwerkmechaniker, Metallbauer und Technische Zeichner) als auch unterschiedliche berufliche Fachrichtungen (Metall-technik und Elektrotechnik) und die Berufsfachschule an dem Gesamtprojekt mitwirken. Neben dem (notwendigen) fachlichen Austausch der beteiligten Kolleginnen und Kollegen bieten sich hier zahlreiche darüber hinausgehende Berührungspunkte, die zu einer Belebung des Unterrichtsalltags beitragen.
Innerhalb der beteiligten Berufsschulklassen können sich die Auszubildenden sehr individuell in das Projekt einbringen. Üblicherweise wurde im Rahmen diese Projektes in Teams gearbeitet. Neben den zahlreichen positiven Aspekten dieser Sozialform im Unterricht bietet sich hier speziell durch den Anwendungs- und Praxisbezug und die Gestaltungsmög-lichkeiten die Gelegenheit für leistungsstarke und leistungsschwächere Auszubildende sich angemessen in das Projekt einzubringen. Für alle Beteiligten ein Gewinn.
Das Lernträgerkonzept ist hier auf unterschiedlichen Ebenen verwirklicht. In der Planungs- und Entstehungsphase sind die den Teilprojekten zugehörigen Materialien (Zeichnungen, Normteile, ...) je nach Unterrichtssituation als Lernträger zu verstehen. Dem Grundsatz der Anschaulichkeit folgend handelt es sich hier in der Regel um Realteile oder um real anzufertigende Teile. Jede von den Projektteams entwickelte Baugruppe wird im Verlauf des Projektes zu einem Lernträger, welcher im Gesamtprozess auch später nie seine Bedeutung verliert. Die Maschine funktioniert sonst nicht!
Die einzelnen Baugruppen und die Maschine selbst dienen somit auch nach Abschluss der Telprojekte und auch nach Abschluss des Gesamtprojektes weiterhin als Lernträger. Es gibt einen Verwendungszweck für das Produkt. In diesem Fall ist das z.B. der Einsatz im Unterricht zum Themengebiet der CNC-Technik.
Das Gesamtkonzept bildet eine Sinneinheit, die in jeder Phase und auf verschiedenen Ebenen im Unterrichtsprozess eine unterrichtstragende Funktion übernimmt.
Weiterführende Literatur
Kontakt: M. Diegmann